26.06.2012 23:30

"Ton Steine Scherben": Cursdorfer Kreativsommer am Samstag

"Ton Steine Scherben" war der Name einer deutschen Rockband der 70-er. Der Titel hätte auch als Motto des achten Cursdorfer Kreativsommers herhalten können, der am Samstag zum zweiten Mal von der Initiative KulTourVorOrt unter Leitung der Porzellankünstlerin Kati Zorn veranstaltet wurde. Cursdorf. Der Tag stand ganz im Zeichen des Tons, womit hauptsächlich die erdbraune Masse zum Töpfern gemeint war. Steine gab es auf der Baustelle von Kati Zorns neuem Atelier- und Veranstaltungsgebäude natürlich zuhauf. Und mit Scherben bezeichnet der echte Keramikfan nicht das Ergebnis eines misslungenen Versuchs seiner Arbeit, welches in der Tonne landet, sondern das Produkt seiner Bemühungen um kreativen Ausdruck, das in wahrer Farbenpracht und vollendeter Form den Brennofen verlässt. Doch vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt, und so kämpfte das rund zwei Dutzend zählende Häufchen der Unverdrossenen mit den Tücken des Objekts oder der Objekte. Da wurde geschlagen, geknetet, geformt, geschnitten, gekratzt, geglättet, poliert. Alles nur mit dem einzigen Ziel, beim Brand der Kunstwerke in einigen Wochen (denn so lange müssen sie trocknen) ein zufrieden stellendes Resultat vorweisen zu können. Denn erst, wenn der Ofen verglüht, das letzte Stück aus der Glut geborgen ist, kann beurteilt werden, ob sich die künstlerischen Mühen vom Samstag auch wirklich gelohnt haben. Gute Chancen auf ein solches Erfolgserlebnis dürfte auf jeden Fall Thomas Weinberg haben: Der Verwaltungsangestellte aus Cursdorf formte eine etwa 40 Zentimeter hohe afrikanische Udu-Trommel. Die Udu aus gebranntem Ton ist ein sogenannter Selbsttöner oder Selbstschwinger, in Nigeria als Percussion-Instrument gespielt. Schnelle Schläge auf die seitliche Öffnung dieser Trommel erzeugen Klänge. Ebenso kann auf dem gesamten Korpus mit den Fingern oder mit der ganzen Hand gespielt werden. Man kann also sehr wohl auch Töne formen aus Ton. Womit der Kreis "Ton Steine Scherben" schließlich wieder geschlossen wäre. Lutz Lindner / 26.06.12 / OTZ